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Pro Silva: Wälder für die Zukunft - seit mehr als 30 Jahren

Mehr als 70 Teilnehmer aus 25 europäischen Ländern und ein Gast aus den USA trafen sich zum 30-jährigen Jubiläum in Radle ob Dravi im Norden Sloweniens nahe der österreichischen Grenze.

Radlje ist die Wiege der naturnahen Waldbewirtschaftung und der nahe gelegene Wald der Stiftung Pahernik ist eines der besten Beispiele dieser Vorgehensweise, das von lokalen Forstleuten mit Unterstützung der Abteilung für Forstwirtschaft der biotechnischen Fakultät in Ljubljana bewirtschaftet wird. Pro Silva hielt die Eröffnungsfeier dieses Treffens auf der Burg Radlje ab und wurde vom Bürgermeister von Radlje Mag. Alan Bukovnik begrüßt, ebenfalls Mitglied von Pro Silva. Eine Ausstellung über die Entwicklung der naturnahen Forstwirtschaft wurde eröffnet und die Gründungsmitglieder Bela Varga (Ungarn) und Hubert Dolinšek (Slowenien) vor 30 Jahren wurden geehrt.
Auf der Konferenz mit dem Titel "Wälder für die Zukunft - von der Wissenschaft zum Menschen" präsentierten internationale Experten einen vertieften Einblick in den Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Forstpraxis. Die Staatssekretäre des slowenischen Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft und Ernährung Damjan Stanonik und des slowenischen Kulturministeriums Dr. Tanja Kerševan Smokvina hielten ihre Begrüßungsreden und Prof. Klaus Puettmann von der Oregon State University erklärte: "Waldbau ist die Brücke, um den Wald als Ökosystem mit Funktionen zu bewirtschaften, die den menschlichen Bedürfnissen entsprechen: Forstwirtschaft, um Menschen glückliche zu machen! “
Eine abschließende Podiums- und Plenumsdiskussion konzentrierte sich auf die wichtig-sten dringenden Fragen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des europäischen Waldes. Die folgenden Hybrid-Feld-Workshops in verschiedenen Waldbeständen in der Nähe und im Stadtwald von Celje gaben den Teilnehmern viele Anregungen und förderten auch den sozialen Zusammenhalt des europäischen Netzwerks.  


Pro Silva fordert

Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens fordert Pro Silva eine nachhaltige, naturnahe und aktive Waldwirtschaft. Alle europäischen Staaten werden aufgefordert, den rechtlichen und finanziellen Rahmen für die Umsetzung der naturnahen Waldbewirtschaftung in öffentlichen und staatlichen Wäldern sowie in privaten Wäldern zu entwickeln. Dies kann jedoch nur unter der Bedingung erreicht werden, dass die Regierungen die Jagdrichtlinien anpassen und auch die Umsetzung entsprechend vorantreiben, um die Wälder wachsen zu lassen! – In einem CO2-Bilanzsteuersystem soll die naturnahe Forstwirtschaft einige Vorteile gewinnen!
Pro Silva verfügt über ein beeindruckendes Netzwerk von Waldpraktikern und Wissenschaftlern, das sich an einer Reihe von Grundprinzipien orientiert, die es in über 30 Jahren entwickelt hat. Die zahlreichen Erklärungen finden sich auf ihrer Website www.prosilva.org als Leitlinien für eine bessere Bewirtschaftung der Wälder der Zukunft. Darüber hinaus verfügen wir über ein Netzwerk von Beispielswäldern in ganz Europa, um die neuesten Entwicklungen zu besichtigen und zu studieren. Darüber hinaus bieten wir die besten Strategien für den Waldschutz!
Wir unterstützen eine konsequente Politik zur Bekämpfung des Klimawandels auf globaler Ebene, dabei sollten aber nicht alle kleinen Schritte übersehen, die jeder Einzelne beitragen kann.


Autor: Maierhofer
23.03.2020, 15:22 MEZ

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