Waldmeister DI Karl Reiß – 70 Jahre

Ein Artikel von Prälat Rupert Kroisleitner (†) | 22.10.2026 - 08:40

Waldmeister DI Karl Reiß wurde nach dem Forststudium und der Wirtschaftsführerprüfung in den 90er Jahren im Stift Vorau zur Leitung des Forstbetriebes betraut und beauftragt.

DI Karl Reiß war den Verantwortlichen des Augustiner Chorherrenstiftes gut bekannt und sie wussten seine charakterlichen und fachlichen Qualitäten einzuschätzen, somit konnten sie ihm die forstliche und menschliche Verantwortung guten Gewissens anvertrauen.

DI Karl Reiß hat sich von Beginn an mit Naturverjüngung der Tanne und der Nutzung möglichst ohne größere Kahlflächen befasst. Ein Prinzip, dem nur der Sturm mitunter ein Loch riss. DI Karl Reiß hat einige Jahre auch den Forst vom Chorherrenstift Herzogenburg in Niederösterreich mitbetreut. In dieser Zeit hat er eine Auswirkung der Klimaeinflüsse in Herzogenburg durch den plötzlichen Einbruch des „Borkenkäfers“ erlebt. Anfänglich wollte ich die Bedrohung nicht sehen und akzeptieren, bis ich durch einen Lokalaugenschein und seinen Erläuterungen überzeugt wurde.

Waldmeister DI Karl Reiß hat mit den Verantwortlichen des Stiftes Herzogenburg eine Entscheidung herbeigeführt, die sich als gut und abfedernd des Schadens erwiesen hat. Eine rechtzeitige Nutzung der gefährdeten Bestände.

Waldmeister DI Karl Reiß war in seinem Beruf anderen gegenüber immer tolerant aber nie gleichgültig. Er hatte eine soziale Dimension allen Mitarbeiter:innen entgegengebracht und konnte dadurch ein Betriebsklima schaffen, welches allen eine positive Lebensstimmung vermittelte. Viele einstige Mitarbeiter:innen sind ihm dafür heute noch dankbar.

In seiner Pension übernahm er eine ehrenamtliche Funktion im neu installierten Seelsorgeraum Vorau, als handlungsbevollmächtigter Beauftragter für Verwaltung. Das ist eine wichtige Aufgabe, die Mitgefühl, Kenntnis in der Verwaltung, in Personalführung, Sparsamkeit bei baulichen Anliegen sowie eine gewisse Gelassenheit voraussetzt.

Als Hobby hat DI Karl Reiß eine Biersiederei betrieben, wo er auch in Bayern sich Kenntnisse und Fertigkeiten aneignete. Die Stiftsherren beschenkt er zu den wichtigsten Festtagen des Kirchenjahres, wie Weihnachten und Ostern, mit köstlichem und geschmackvollem Bräu.

Lieber Waldmeister Karl, ich danke dir für die loyale und kooperative Zusammenarbeit und für die erwirtschaftete finanzielle Grundlage für unsere seelsorglichen und denkmalpflegerischen Aufgaben. Weiterhin wünsche ich dir Gesundheit, Freude an deinem Hobby und zufriedene Jahre.