Prälat Rupert Kroisleitner Can. Reg. †

Ein Artikel von DI Christoph Geier | 22.10.2026 - 08:41
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Prälat Rupert Kroisleitner Can. Reg.

Prälat Rupert Kroisleitner wurde am 13. Oktober 1939 in Wenigzell geboren. Am 7. August 1960 trat er in das Stift Vorau ein, am 9. August 1964 legte er die Ewige Profess ab. Am 3. Juli 1966 wurde er in der Vorauer Stiftskirche zum Priester geweiht.

Anschließend führte ihn sein Weg an die Universität für Bodenkultur nach Wien, wo er Forstwirtschaft studierte. Nach dem Rücktritt von Propst Gilbert Prenner wurde Prälat Rupert zum 54. Propst des Stiftes Vorau gewählt. Die Wahl erfolgte 1980 auf Lebenszeit. Aus gesundheitlichen Gründen resignierte er am 15. Mai 2000 als Propst. Dem Stift blieb er jedoch weiterhin bis zum 30. September 2019 als Ökonom erhalten. 

In seine Amtszeit als Propst wurde die stiftische Wirtschaft neu geordnet und zukunftsfähig ausgerichtet. Zugleich wurden die Stiftsgebäude umfassend saniert und zahlreiche Renovierungsarbeiten in der Festenburg und in den Stiftspfarren durchgeführt.

Prälat Rupert zeichnete sich durch große Sachkenntnis und Weitblick aus. Besonders seine umfassenden Kenntnisse in den Bereichen Bauwesen, Forstwirtschaft und Ökonomie waren für das Stift von großem Wert

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Ökonomen blieb er den wirtschaftlichen Belangen des Stiftes aufmerksam verbunden. Bis zuletzt interessierte er sich für die Entwicklungen in der stiftischen Wirtschaft und war mit seinem wachen Blick und seiner kritischen, zugleich wohlwollenden Art ein wertvoller Gesprächspartner und ein ehrlicher Spiegel bei anstehenden Entscheidungen.

Neben seinen vielfältigen Aufgaben im Stift übernahm Prälat Rupert zahlreiche Verantwortungen im kirchlichen und wirtschaftlichen Bereich. Von 1986 bis 2006 war er Ausschussmitglied der Land&Forst Betriebe Steiermark. Darüber hinaus wirkte er in diözesanen Gremien, in der Superiorenkonferenz und in mehreren kirchlichen Vermögensfonds mit. Auch in den Aufsichtsräten verschiedener Banken brachte er seine große wirtschaftliche Erfahrung und sein Verantwortungsbewusstsein ein.

Für sein öffentliches und kirchliches Wirken wurde Prälat Rupert vielfach ausgezeichnet und mit mehreren Ehrenbürgerschaften geehrt. 

Besonders berührend und zugleich tief bezeichnend war sein letzter Tag.

Am 3. Juli 2026, seinem 60. Weihetag, fuhr Prälat Rupert noch selbst nach Graz, um an der Promotionsfeier unseres Propstes Bernhard teilzunehmen. In der Aula der Universität war er mitten unter den Menschen, führte Gespräche, zeigte sich interessiert und hellwach und nahm Anteil an diesem besonderen Festtag, als ihn ein plötzlicher Herzstillstand aus dem Leben riss. 

So unvermittelt und eigenartig denkwürdig sein Tod kam, so bezeichnend war dieser letzte Tag für unseren Prälaten Rupert. Sein schaffensreiches Leben fand auf diese Weise seine Erfüllung.

Prälat Rupert hat über viele Jahrzehnte Spuren hinterlassen – im kirchlichen Leben, in der Politik und in der Wirtschaft und vor allem in den Herzen jener Menschen, die mit ihm verbunden waren. Das Stift Vorau verliert mit ihm eine prägende Persönlichkeit.